Das „Römertopf-Prinzip“ - Anstrich- und Sanierungsempfehlung für einen Wintergarten

Immer wieder kommt es vor, dass ich zu einer Beratung vor einer Sanierung oder Überarbeitung hinzugezogen werden. Das macht in meinen Augen auch Sinn, da somit Fehler und falsche Vorgehensweise im Vorfeld ausgeschlossen werden können.

Geschrieben von Jürgen Jörges am 06. September 2017

Jetzt wurde meine Hilfe im Fall eines Wintergartens benötigt. "Kann unser Wintergarten noch saniert werden?", war die Frage.
Gerade wenn es um Holzfenster oder einen Wintergarten aus Holz geht, sind einige Schwachstellen gegeben, die es zu beachten gilt. In diesen Bereichen dringt im Laufe der Zeit immer wieder Feuchtigkeit in die Konstruktion ein und es kann dazu kommen, dass das Holz im Untergrund verfault oder vermodert.
Nicht selten, reicht dann eine Überarbeitung mit Farbe nicht mehr aus.
Die Holzkonstruktion sollte daher etwas genauer untersucht und betrachtet werden, damit nicht irgendwo im Untergrund ein Desaster entsteht. Aber ich möchte ja auch nicht vorschnell irgendwelche Sanierungsmaßnahmen aus dem Hut zaubern. Deshalb muss ich mir erst einmal ein Bild vom besagten Wintergarten machen.

  • Sichtbare Einwirkung der Feuchtigkeit auf die Holzkonstruktion
  • Im Bereich der Schrauben zieht sich Feuchtigkeit in den Untergrund
  • Ausgespritzte Fugen und abblätternde Farbe

Das Bild, das ich dann vor Augen hatte, war doch irgendwie ganz anders, als ich es mir vorgestellt hatte. Am besten ich beginne mal von oben nach unten zu berichten. An allen Bereichen der Holzverbindungen ist zu erkennen, dass das Holz bereits begonnen hat, sich selbst zu verdauen. In diesen Bereichen ist erste Hilfe dringend erforderlich. Mit den speziellen 2K- Reparatursystemen einiger Hersteller sind auch bereits angegammelte Holzverbindungen noch zu retten. So konnten schon einige Holzteile wieder gerettet werden.

  • Auch die Konstruktionsverbindungen sind bereits angegriffen
  • Durch die offenen Fugen gelangt immer wieder Feuchtigkeit in die Konstruktion
  • Der Fliesenbelag ist direkt bis ans Holz geführt

Weiterhin sind auffällig viele Fugen mit einem dauerelastischen Material ausgespritzt, was nicht unbedingt als großer Vorteil zu betrachten ist. Die Farbschichten dieser überstrichenen Fugen blättern munter vom Untergrund ab und stellen nicht nur ein optisches Problem dar.
Ein Problem habe ich auch, wenn mein Blick sich nach unten richtet. Der Wintergarten aus Holz ist direkt an die Fliesen im Außenbereich angeschlossen. Folien, Trennvliese usw. sind direkt bis an die Rahmenkonstruktion geführt. Wenn es also irgendwie und irgendwann zu einer  Feuchtigkeitsansammlung im Bereich der Terrasse kommt, dann wird diese Feuchtigkeit direkt an den Holzrahmen des Wintergartens geführt.

Was dann kommt, nenne ich das „Römertopf-Prinzip“. Schmoren und garen im eigenen Saft! 

  • Das Vlies geht direkt an die Rahmenkonstruktion
  • Die Folie oberhalb der Dämmung führt ebenfalls zum Wintergarten
  • Auch die Folie unter der Dämmung endet am Holzrahmen

Die eingedrungene Feuchtigkeit hat dazu geführt, dass der Wintergarten im unteren Bereich komplett zerstört ist. Die Rahmenhölzer sind teilweise komplett abgefault und die Isolierglasscheiben hängen in der Luft. Die Konstruktionsverbindungen der Rahmenelemente bestehen nur noch in der Fantasie, denn in der Realität ist auch hier das Holz so weit verrottet, dass die Hölzer durch einen über 2 cm breiten Spalt getrennt sind.
Im Inneren des Wintergartens wachsen die Pilze aus den Glasleisten und ich bin mir bewusst, dass ich selten so einen erstaunten Gesichtsausdruck zum Besten gegeben habe.
Es ist sicherlich sehr nett gemeint, sich einen fachkundigen Rat einzuholen, aber in diesem Fall ist der Zeitpunkt dafür bereits seit einigen Jahren überschritten. Schade, ich gerne geholfen.

  • Die Einwirkung von Feuchtigkeit – Pilze auf der Innenseite
  • Vermodertes Holz der Rahmenkonstruktion
  • Der untere Querriegel ist komplett verrottet

Eine Sanierung kommt eindeutig zu spät und ein neuer Wintergarten hat an dieser Stelle seine Vorteile. Wenn dann die Anschlüsse richtig geplant und ausgeführt werden, hält es sicherlich auch etwas länger.

Mein Tipp:

Holzfenster mit einer lasierenden Beschichtung sollten in einem Zeitraum von ca. 3 – 5 Jahre immer wieder überarbeitet werden. Sind die Holzfenster mit einem deckenden Anstrich versehen, dann verlängert sich der Überarbeitungszyklus auf ca. 5 – 7 Jahre. Es ist jedoch wichtig, sich seine Fenster immer wieder einmal anzuschauen, um kleine Beschädigungen gleich zu beseitigen. 

  1. Telefon: 06103 – 69611

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