Gibt es den Dämmwahnsinn wirklich? - Öbuv Sachverständiger

Gibt es den Dämmwahnsinn wirklich?

Es gibt wohl nicht viele Themen, die so aktuell und kontrovers diskutiert werden, wie das Thema der Wärmedämmung. Fluch oder Segen? Das darf sicherlich einmal gefragt werden.

Geschrieben von Jürgen Jörges am 3. Juni 2012

Wie man der Fachliteratur entnehmen kann, wurden in den letzten 50 Jahren ca. 800 Millionen Quadratmeter WDVS-Dämmsysteme in Deutschland an die Fassade angebracht. Eine recht beeindruckende Zahl.

Die ENEV 2012 winkt mit einer erneuten Anhebung der Dämmstärken. Die Presse und das Fernsehen überschlagen sich mit Negativmeldungen zum Thema Fassadendämmung und der Brandschutz meldet sich aufgrund vergangener Brandschäden mit großen Bedenken.

Aus der Vielzahl der unterschiedlichen Meldungen ist es sicherlich verständlich, dass der Endverbraucher bzw. der Kunde von einem Dämmwahnsinn spricht, verwirrt und unsicher ist.

In Neu-Isenburg, im Herzen des Rhein-Main Gebietes hat sich ein Allgemeinmediziner dem Thema Wärmedämmung angenommen. Zwischen den Diagnosen zur Grippe oder zur Gastritis praktiziert er an einer Wärmedämmung an seinem Geschäftshaus. Grundlage für dieses „pfiffige Dämmsystem“ sind amerikanische Holzpaletten. Diese seien nach Aussage von Herrn Dr. besonders geschützt gegen Pilz- und Insektenbefall. Sie werden vom nahe gelegenen Frankfurter Flughafen geholt und finden so eine neue Aufgabe in der Fassadendämmung. Etwas genauer ausgedrückt, werden die Paletten auf das Mauerwerk geschraubt und bilden so den Untergrund für die nachfolgenden Dämmplatten. Auf die Holzpaletten werden dann Polystyrolplatten unterschiedlicher Hersteller und auch unterschiedlicher Art aufgebracht. Mineralischer Kleber auf Holz…, mal eine-, mal zwei Schrauben pro Dämmplatte…. – Perfekt!?!

Warum die Industrie so viel Geld in Entwicklung, Prüfung der Haftzugsfestigkeit, Windlasten usw. stecken, kann angesichts dieser Dämmung nicht mehr nachvollzogen werden. Bei genauer Betrachtung der Bilder sind diese Kosten jedoch sinnvoll. Es werden 5 -10 qm aufgedoppelt, gedämmt, verputzt und gestrichen. Dann wird das „mobile“ Gerüst weitergerückt. Auf die nicht eingehaltenen Sicherheitsvorschriften wird an dieser Stelle nicht weiter eingegangen.          

So entsteht eine hinterlüftete, gedämmte Fassade. Diese „Hinterlüftung“ wird auch noch überwacht. Die Temperatur im Zwischenraum unterliegt nach Aussage des Bauherrn einer ständigen Kontrolle. Wer jetzt an Sensoren oder an Datenlogger denkt, liegt leider verkehrt. Ein Bratthermometer kann schließlich auch an der Fassade zum Einsatz kommen.

Nicht ein einziger Anschluss an ein angrenzendes Bauteil ist fachgerecht ausgeführt. Das System ist nach oben zwar abgedeckt, Feuchtigkeit kann jedoch trotzdem eindringen.

Der Brandschutz wird angesichts der Holzbohlen im Fenstersturz vernachlässigt. Der Kamineffekt der durch den Hohlraum entsteht, muss im Brandfall desaströse Auswirkung haben.

Noch bedenklicher ist die Tatsache, dass die Patienten eine ausführliche Erklärung vom Vorteil dieser Dämmvariante erhalten. „Nur dieses System sei das einzige, das schadensfrei bleibt und aufgrund des ausgeklügelten Systems könne keinerlei Schimmelbefall im Innenbereich entstehen“, so die Aussage des Erfinders dieser Dämmung, der nebenbei erwähnt, über Patent- oder Gebrauchsschutz nachzudenken.

Dieses Objekt ist eine schallende Ohrfeige für die Hersteller von WDV-Systemen und für alle Fachbetriebe, die in diesem Bereich tätig sind. Entwicklung und Forschung sowie Weiterbildungs-maßnahmen zur Ausführung werden überflüssig angesichts dieser Bilder.

Wenn es jemanden gibt, der eine fachkompetente Beratung zum Thema WDVS geben kann. Dann ist es der Maler- und Lackierermeister. Wir dürfen uns nicht vor Titeln verstecken und unsere Leistung und Kompetenz abgraben lassen. Solche Objekte schaden dem Bild unseres Handwerks, auch wenn wir es gar nicht ausgeführt haben.

Aus sachverständiger Sicht ist es sicherlich interessant, ob Herr Dr. Prüfzertifikate zur Standsicherheit vorlegen kann. Diese werden von der zuständigen Kreisbauaufsicht jetzt angefordert.

Wenn es jemals einen Dämmwahnsinn gegeben hat….
…dann habe ich ihn gesehen.

  1. Telefon: 06103 – 69611

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