Nasse Mineralwolldämmung an Fassaden

Geschrieben von Jürgen Jörges am 12.11.2019

Eine Dämmung dient erst einmal dem Wärmeschutz des Hauses.
Doch wie sieht es mit dem Schutz der Dämmung während der Erstellung am Gebäude aus?

In allen technischen Merkblättern ist zu entnehmen, dass bei der Erstellung einer Wärmedämmung auch der Schutz vor Feuchtigkeit (Regen) eine wesentliche Rolle spielt. Mineralwolldämmplatten sind in Bezug auf eindringendes Wasser als besonders sensibel zu betrachten. Eindringende Feuchtigkeit beeinflusst in unterschiedlicher Art und Weise die fertige Wärmedämmung.

Dies bedeutet, dass starke Durchfeuchtungen bzw. ein starker Wassereintritt in die Dämmplatten dazu führen, dass sich die stabilisierenden Harze und Emulsionen aus der Platte ausspülen. Eine Folge davon sind Verfärbungen in der nachfolgenden Putzbeschichtung. Die ockerfarbenen Flecken, die sich dann an der Oberfläche bilden, stören das Erscheinungsbild einer Fassade erheblich.  Ein schwacher Trost dabei  ist, dass diese Flecken nicht lichtbeständig sind und nach 3-5 Jahren auch wieder verschwinden. Aber welcher Bauherr möchte eine neue Fassade haben, die erst nach einem solchen Zeitraum ansehnlich wird? Die Folge sind isolierende Anstriche, damit ein Durchbluten der gelösten Harze unterbunden wird. Der Nachteil, an diesen Stellen haben wir jetzt die Diffusionsfähigkeit eines mineralischen Dämmsystems eingeschränkt.

  • Sichtbare Staunässe in der Mineralwolldämmung
  • Deutlich sichtbar ist die große Wassermenge hinter den Dämmplatten
  • Eine mangelhafte Verklebung aufgrund zu hoher Feuchtelast

Die entstehenden Verfärbungen sind jedoch nur das kleinere Problem. Häufig ist bei der Entnahme von durchfeuchteten Proben von Mineralwolldämmung ein unangenehmer, etwas stechender, fischähnlicher Geruch wahrzu­nehmen. Dabei handelt es sich um Amine, die entstehen, wenn das Bindemittel durch einen Feuchteangriff  (eindringendes Wasser) hydrolytisch zersetzt wird. Dies ist ein klarer Beleg dafür, dass es zu einer Veränderung der Zusammensetzung innerhalb der Dämmplatte kommt. Durch eindringende Feuchtigkeit werden gelöste Harzen und Emulsionen ausgespült, dadurch wird die innere Spannung der Mineralfasern gestört.

Die Dämmplatten besitzen demnach nicht mehr die zugesicherte Eigenschaft in Bezug auf ihre Festigkeit.

Dies ist nicht nur aus juristischer Sichtweise als Mangel zu bezeichnen. Daher gilt es bei der Erstellung einer mineralischen Wärmedämmung eine besondere Sorgfalt auf den erforderlichen Schlagregenschutz zu legen. Eindringende Feuchtigkeit kann sonst schnell zu einem großen  Problem werden.
Sicherlich ist ganz klar zu erwähnen, dass kurzfristig auftretenden Feuchtigkeitseinwirkungen auf der Oberfläche nicht als problematisch anzusehen sind.  Sie trocknen entsprechend schnell wieder zurück, ohne die Festigkeit im Inneren zu beeinflussen. Wenn jedoch Feuchtigkeit in das Dämmsystem eindringt, muss von entsprechenden Beeinträchtigungen innerhalb der Mineralwolldämmplatten ausgegangen werden.  Ein Austauschen der betroffenen Dämmplatten bzw. ein Rückbau ist dementsprechend die logische aber vermeidbare Schlussfolgerung.

  • Partielle Verfärbung durch Feuchtigkeitseintritt
  • Großflächige Verfärbungen
  • Aufgrund der eindringenden Wassermenge kommt es zu sichtbaren Ausspülungen

Im folgenden Film sieht man, wie aufgrund von fehlendem Schutz das Wasser direkt in das Dämmsystem läuft und dort "verschwindet".

Mein Tipp:
Ein Fassadenschutz muss schon vor Beendigung  der  fertigen Fassadenoberfläche gewährleistet sein. 

 

Lesen Sie auch: Optische Beeinträchtigungen beim Wärmedämmverbundsystem

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