Immobilien - Die Katze im Sack kaufen - Forensik

Mit Bauforensik kommen wir den versteckten Geheimnissen auf die Spur.

versteckter Schimmel - überstrichene Wasserschäden und vieles mehr

Wer kauft schon gerne eine Katze im Sack? 
Das heißt, wer mit blindem Vertrauen eine Immobilie erwirbt, braucht sich über unangenehme Überraschungen nicht zu wundern.

Der Ausdruck  „die Katze im Sack kaufen“ stammt vom früheren Markthandel. In einer Zeit in der Nutzvieh wie Hühner, Ferkel oder Hasen einen bestimmten Wert hatten, wurde so mancher Käufer von einem schlitzohrigen Händler sprichwörtlich über´s Ohr gehauen. Während der gewitzte Standverkäufer seinen Kunden geschickt ablenkte, bekam dieser nach Bezahlung einen Sack mit einem zappelten Inhalt  in die Hand gedrückt.  Zuhause angekommen, entpuppte sich das gewünschte Nutzvieh als gewöhnliche, aber völlig nutzlose Katze.

Darum gilt: Prüfe deine Ware vor dem Kauf und noch vor der Übergabe des Geldes.

Was hat diese Geschichte mit dem Kauf einer Immobilie zu tun?

Zweifelsfrei ist es nicht so, dass eine Immobilie üblicherweise im Sack verkauft wird, aber so mancher Verkäufer verfällt der  Versuchung, Dinge anders darzustellen.
Ein bestehendes Gebäude, das zum Verkauf extra frisch gestrichen und hergerichtet wurde, kommt dem sprichwörtlichen Sack schon sehr nahe. Auf der einen Seite ist es ja schön, dass anfallende Renovierungskosten somit eingespart werden, aber auf der anderen Seite weiß niemand, was bei den ausgeführten Anstricharbeiten unter den Teppich gekehrt, bzw. versteckt wurde. 

 

Demnach nutzt es nichts, wenn der Schimmelschaden einfach nur überstrichen wird.  Mit den richtigen Untersuchungsmethoden wird recht schnell deutlich, ob ein Schaden richtig saniert wurde.
Natürlich ist die forensische Untersuchung nicht alleine ausschlaggebend für eine Bewertung.  Eine Untersuchung von Materialproben im Labor ist eine ergänzende und weiterführende Maßnahme. Wie bei den Kollegen der Kriminal-Forensik, dient die Untersuchung dazu, den richtigen Ort für weitere Untersuchungsmöglichkeiten ausfindig zu machen.

Wie die Forensikuntersuchung funktioniert, lässt sich wie folgt erklären:

Die Forensiklampen  beleuchten den Untergrund mit einer speziellen Wellenlänge des Lichts an. Für unterschiedliche Untersuchungen stehen verschiedene Lampenköpfe mit diversen Wellenlängen zur Verfügung.  Die Lampe allein reicht aber nicht aus, denn nur mit speziellen Filterbrillen und entsprechenden Glasfiltern vor der Kamera gibt der Untergrund sein Geheimnis preis. Es ist zu sehen, was eigentlich nicht zu sehen ist.  Den aufwendigen Umbau der Kamera zu erklären, spare ich mir an dieser Stelle, möchte aber den Hinweis geben, dass die Untersuchen auch in den Bereichen  UV und Infrarot durchgeführt werden.

Sehr spannend ist auch die Möglichkeit der Materialuntersuchung ohne chemische Analyse.  Es ist z.B. durchaus möglich im getrockneten Zustand eine Dispersionsfarbe von einer Silikatfarbe zu unterscheiden, oder wie unterschiedlich stark ein Anstrich ausgeführt bzw. wie gleichmäßig er appliziert wurde. Die Antwort ist mit den forensischen Hilfsmitteln kein Problem. Selbst unterschiedliche Zusammensetzungen von Kunststoffen werden sichtbar und so kann die Bauforensik für eine große Vielfalt an Untersuchungsmöglichkeiten eingesetzt werden.

Neben dem Einsatz in gutachterlichen Stellungnahmen, sehe ich die forensischen Hilfsmittel auch bei dem Thema Hauskauf oder Wohnungsübergabe. Überstrichene und verdeckte Schäden sind somit keine Überraschung mehr.

Mein Tipp:
Wer etwas mehr sehen möchte als das normale Augen sehen kann, der darf sich dem Thema Forensik annehmen.