Wenn Energieeinsparung dem Schimmel Tür und Tor öffnet

Schimmel in der Wohnung ist ein großes Problem – vor allem, wenn er nicht von Anfang an sichtbar ist. Viele Menschen merken erst, dass sie Schimmel in ihrer Wohnung haben, wenn es bereits zu spät ist und die Schäden schon entstanden sind. Die steigenden Energiepreise werden das Problem der Schimmelbildung in meinen Augen leider noch verstärken. So komisch sich das jetzt auch anhören mag, aber wer aufgrund der steigenden Energiepreise falsche Entscheidungen trifft, wird unter Umständen mit einem Schimmelproblem leben müssen.

Energieeinsparung ist sinnvoll, sollte aber auch überlegt geplant und eingesetzt werden. Einfach die Heizung absenken oder in ungenutzten Räumen komplett abzudrehen, kann zu gesundheitlichen Beeinträchtigungen durch Schimmelbefall führen.
Schimmel kann Atemwegsinfektionen, allergische Reaktionen und sogar Erkrankungen, wie Bronchitis oder Lungenentzündungen verursachen. Daher ist ein Schimmelbefall in Wohnräumen auf jeden Fall zu vermeiden.
Damit es erst gar nicht zum Schimmelbefall kommt, sind hohe Feuchtelasten und kalte Bauteiloberflächen zu vermeiden. Ein zu starkes Absenken der Raumtemperaturen führt jedoch zu kühleren Oberflächentemperaturen und lässt die Luftfeuchtigkeit ansteigen, sofern das Lüftungsverhalten nicht angepasst wird.

 

Der Schimmel siedelt sich dann gerne an den sogenannten Wärmebrücken, Fensterleibungen oder auch hinter Einrichtungsgegenständen an den Außenwänden an. Die Ursache ist hierbei immer in den Grundlagen der Physik zu suchen. Warme Luft kann mehr Wasser in sich aufnehmen als kalte Luft. Wenn eine warme, mit Feuchtigkeit angereicherte Luft auf eine kalte Oberfläche trifft, kühlt s. ich die Luft entsprechend ab und als Folge steigt die rel. Luftfeuchtigkeit in unmittelbarer Nähe der Oberfläche.  

Gerade in schlecht gedämmten Gebäuden ist es wichtig, eine durchschnittliche Raumtemperatur von 20°C zu gewährleisten. Die rel. Luftfeuchtigkeit sollte dabei unter 50% liegen, damit  es nicht zu hohen Feuchtelasten und zu Schimmelbefall kommt. Die ersten Anzeichen einer zu hohen Feuchtelast sind in den meisten Fällen an den Fensterscheiben zu erkennen. Nasse Fensterscheiben sind ein klarer Hinweis auf eine zu hohe Luftfeuchtigkeit und fordern zum Handeln auf. 

Wichtig ist, dass Sie bei ersten Anzeichen von Schimmel in Ihrer Wohnung sofort handeln. Wenn Sie Schimmel in Ihrer Wohnung bemerken, sollten Sie sofort folgendes tun:

 

  • Lüften Sie die betroffenen Räume gründlich aus und halten Sie die Luftfeuchtigkeit niedrig.
     
  • Beseitigen Sie alle feuchten Stellen in Ihrer Wohnung, z.B. indem Sie defekte Leitungen reparieren oder abdichten.
     
  • Reinigen oder ersetzen Sie alle schimmeligen Oberflächen.
     
  • Verwenden Sie Luftreiniger oder -entfeuchter, um die Luftfeuchtigkeit zu regulieren.